Ab auf die Leinwand

Ich bin seit wohl zwei Jahren das erste Mal wieder auf die Leinwand gegangen. Das ist schon der zweite Schritt, eigentlich wollte ich ganz woanders hin, drum färbte ich die Leinwand mit einem blauen Farbverlauf ein. Die Schicht kam dann drüber. Und es geht weiter. Ich habe eine Idee, aber noch kein wirkliches Ziel.

Der Architekt Frank Gehry sagte mal:

Wenn du weisst, was du erreichen willst, machst du dich nie auf den Weg.

Früher hätte ich ihm widersprochen, heute muss ich sagen: Es hat was. Viel wichtiger ist, zu wissen, welchen Weg man gehen will. Denn will man den Weg nicht gehen, wird man das Ziel nicht erreichen.

Es gibt von Konfuzius den immer falsch übersetzten Spruch (dies die falsche Übersetzung):

Der Weg ist das Ziel.

Ich habe den immer bekritelt (als Philosophin und Sprachwissenschaftlerin), denn ein Weg ist ein Weg und ein Ziel ist ein Ziel. Korrekt würde der Spruch heissen:

Der Wille zum Weg zählt.

Damit kann ich mich identifizieren.

Der Prozess wird weiter gehen. Er innert mich immer an mein Lieblingsgedicht, das auch bei mir im Atelier an der Wand hängt:

Rilke: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

So lebe ich mein Leben, so kommt mir dieser Schaffensprozess vor – vielleicht gefällt er mir drum so.

2 Kommentare

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